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Worte für den Oktober 2017

 

 

Alles im Leben hat seine Zeit...

 

So lautet der Refrain eines Liedes, welches die Kinder voller Begeisterung bei der RKW 2011 gesungen haben.

„R.I.P. – Raupe im Paradies“ war das Thema. Es ging um Leben, Loslassen, Abschied, Sterben, Hoffnung, Auferstehung - eine schwere Kost für Kinder!

Eine schwere Kost – nicht nur für Kinder!  Nach der RKW hatte ich es gewagt, auch mit alten Menschen in den Rentnerkreisen das Thema aufzugreifen.  Sowohl mit den Kindern, als auch mit den Senioren waren es wertvolle Gespräche und es war wie in dem Lied: „Wir haben gelacht, gemeinsam geweint und gesehen, dass am nächsten Tag die Sonne wieder scheint…“

 

Wenn wir im Buch Kohelet lesen: „Für alles ist eine Zeit, eine Frist für alle Anliegen unter dem Himmel: eine Frist fürs Geboren werden und eine Frist fürs Sterben…“ -

Wenn wir im Vater unser beten: „…dein Wille geschehe“- frage ich:

Können wir es wirklich immer so akzeptieren?

Können wir es immer als gegeben annehmen?

 

Die dunkle Jahreszeit hält Einzug – Erinnerungsfeste stehen an:

Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag - wir gehen auf die Friedhöfe. Mit Freude, Dankbarkeit, aber auch mit Wehmut erinnern wir uns an die Lieben, die vor und mit uns gelebt haben und die uns vorausgegangen sind, in der Hoffnung, mit ihnen in der Ewigkeit wieder vereint zu sein.

Dabei sollten wir die Lebenden und uns selbst nicht aus den Augen verlieren!

 

Ich arbeite als Krankenseelsorgerin im Hospiz und ich erlebe Menschen, d.h. Gäste,

die ihr Leben mit oder ohne Gott leben,

die sehr traurig sind, nur noch  kurze Zeit hier auf Erden zu sein,

die meinen, in ihrer Krankheit Gott verloren zu haben,

die unruhig sind, weil so manches ungeklärt und unversöhnt bleiben wird,

die einfach nur in Ruhe den letzten Weg gehen möchten,

die voll Freude und Dankbarkeit auf ihr gelebtes Leben zurück blicken können,

 

Ich erlebe Menschen, die sich mit großem Engagement um die Gäste bemühen, getreu dem Leitsatz von Cicely Saunder, Ärztin aus England und Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin:

„Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

 

Das ist es doch! Sollten wir nicht immer so leben, dass wir am Ende eines jeden Tages

ihn dankbar an Gott zurückgeben können?

 

Ich wünsche es Ihnen und ich wünsche es mir, von ganzem Herzen.

Bleiben Sie behütet.

 

Christa Scholz

Gemeindereferentin/ Krankenseelsorgerin