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Worte für den September 2018

„Friede sei ihr erst Geläute"

Liebe Bewohner der Gemeinde Neuenhagen!

Jeden Morgen um 06.00 Uhr weckt mich und meine Nachbarn – mit gemischter Laune – die Kirchenglocke der St. Hubertus Kirche in Petershagen,  an der ich wohne. Sie läutet sechs, neun und zwölf Stunden später wieder, um die gläubigen Menschen an die Zeiten des Gebetes zu erinnern. Sonntags ruft sie zusätzlich die Kirchengänger zum Gottesdienst zusammen. Ähnlich ist es mit dem Glockengeläute der St. Georg Kirche in Hoppegarten. Auch hier hören die nahe wohnenden Bürger – bis nach Neuenhagen – mit unterschiedlicher Begeisterung diesem außergewöhnlichen Klang zu.
Am Sonntag, dem 02. September wird für mich das Glockenläuten eine besondere Bedeutung haben. An diesem Tag werde ich nämlich die Administration über die Pfarrei St. Georg sowie St. Hubertus in Petershagen von meinem Vorgänger – Pfarrvikar Marc-Anton Hell – übernehmen. Für ihn wird von diesem Tag an nun eine Hand-Hausglocke des Priesterseminars in Biesdorf läuten, wo er als Subregens tätig wird.
Bewusst oder unbewusst begleitet uns das Glockengeläut jeden Tag. In Europa gibt die Glocke mit ihrem Rhythmus seit 1000 Jahren die Zeit zur Arbeit und zur Muße vor. Nicht nur die Glocken der Kirchen, sondern auch die der Rathäuser, der Friedhöfe und der Gedenkstätten sind ein einzigartiges hör- und sichtbares Zeichen des europäischen Wertefundaments.
Dieser textlose, interkulturelle und neutrale Naturton-Klang ist mit einer 5000 Jahre alten handwerklichen Tradition verbunden. Glocken vermitteln jenseits von Sprachgrenzen Feierlichkeit, Zeitmarkierung, Transzendenz und die Sehnsucht nach Frieden.
2018 erinnern wir uns an – auch um uns des Wertes des Friedens in Europa zu vergewissern – an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und an Ausbruch und Ende des Dreißigjährigen Krieges. In diesem Sinne ruft am 21. September – dem Internationalen Friedenstag – der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund der deutschen Katholiken und das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz von 18.00 bis 18.15 Uhr zum gemeinsamen europaweiten Glockenläuten auf.
Diese einmalige Initiative soll beim Glockengeläut an den Frieden erinnern. Dabei ist der Friede nicht einfach die Abwesenheit von Krieg oder ein Zustand des Gleichgewichtes entgegengesetzter Kräfte. Es kann keinen Frieden geben ohne brüderliche Liebe, ohne Achtung vor dem Wohl und der Würde der Person. Zweifellos ist der Friede immer brüchig. Um ihn aufzubauen müssen wir ihn gemeinsam erbitten. Ja, jeder einzelne von uns muss immer wieder bedenken, dass der Friede eine persönliche Gabe ist, und dass der Friede in unseren Herzen für die anderen Menschen erklingen kann.

Pfr. Robert Chalecki, Pfarradministrator