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Worte für den November 2018

„Das Licht des Lebens“

Liebe Bewohner der Gemeinde Neuenhagen!

Am Sonntag, dem 07. Oktober gab es sowohl für Ihre Nachbargemeinde – Hoppegarten – als auch für die dortige katholische Pfarrei einen Grund zu feiern. An diesem Tag haben wir nämlich in einem Gottesdienst zusammen mit dem Besitzer der Rennbahn in Hoppegarten – Gerhard Schöningh – des 150-jährigen Bestehens dieser Einrichtung gedacht. Vielleicht ist es nicht allen Menschen bewusst, die an der St. Georg-Kirche vorbeifahren, welche zur Zeit saniert wird, dass diese eigentlich nur dank und wegen der Rennbahn steht. Sie wurde nämlich für die katholischen Rennsportler aus verschiedenen Ländern Europas am Gedenktag des Patrons der Reiter, am 05.03.1905 dem heiligen Georg geweiht. Dieser wurde im Jahre 303 in Kappadozien (in der heutigen Türkei) geboren. Im Alter von 17 Jahren trat er als Reiter in das Heer des römischen Kaisers Diokletian ein und wurde schon bald für seine Tapferkeit bekannt. Als jedoch sein Herr von ihm verlangte, dem christlichen Glauben abzuschwören, widersetzte sich Georg und bekannte sich zum Christentum. Infolgedessen wurde er enthauptet. Etwa seit dem 12. Jahrhundert verbreiteten die Kreuzfahrer eine Legende, die zu einer volkstümlichen Verehrung seiner Person führte. Gemäß der Erzählung soll Georg einen Drachen besiegt und somit die Stadt Selem, vor allem aber die Prinzessin Cleoline von dem Ungetüm befreit haben.
Es wird also keinen Besucher unserer Pfarrkirche in Hoppegarten wundern, dass auf dem farbigen Glasfenster des Hauptschiffs dieser Drachenkämpfer auf einem Schimmel dargestellt wurde. Diese Darstellung hat ihren Betrachtern immer wieder – vor allem in der Zeit des Kommunismus – einen Ansporn gegeben, gegen das Böse zu kämpfen.
In der Tradition der katholischen Kirche gedenkt man am 1. November – dem Fest Allerheiligen – jährlich aller Glieder der Kirche, die ihr Leben im Dienst an den Schwachen, Kranken, Armen und Obdachlosen mit Liebe aufgeopfert haben. Wie die weithin bekannte Mutter Theresa von Kalkutta sagte, ist die Heiligkeit allerdings „kein Luxus, der für wenige reserviert ist, sondern die selbstverständliche Schuldigkeit aller. Es ist nichts Besonderes daran. Wir sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, um zu lieben und geliebt zu werden“.
Von diesem Fest, oder besser gesagt von seinem Vorabend her, kommt die Bezeichnung All Hallows Eve, was man in den Vereinigten Staaten und vielen Ländern Europas als Halloween feiert. In der heutigen, aus Nordamerika zurückgekommenen Form hat es jedoch eine stark kommerzialisierte und säkularisierte Form angenommen. Sie hat im Vordergrund nicht die Schönheit eines – trotz des Todes – mit Licht erfüllten Lebens, sondern die Angst vor einem sinnlosen (Leben und) Tod. Umso sinnvoller ist es, dass die römisch-katholische Kirche gerade am Anfang der dunkelsten Jahreszeit – am 2. November – den Allerseelentag begeht und somit aller Verstorbenen gedenkt. Vielerorts wird die damit verbundene Gräbersegnung bereits am Nachmittag von Allerheiligen vorgenommen. Damit verbunden ist der Brauch, die Gräber vor allem mit Lichtern zu schmücken und für die Entschlafenen mit Glaube, Hoffnung und Liebe zu beten: „Herr gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. Lass sie ruhen im Frieden. Amen.“

Pfr. Dr. Robert Chalecki